Ausreisewillige

#1 von Dieter , 21.03.2016 21:54

Ein Zufallsfund bei Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen in Meckpom könnte einstigen DDR-Aussiedlern bals die berufliche Reha bringen.
Bei Forschungen zur innerdeutschen Grenze sei eine Richtlinie der Stasi von 1977 zum arbeitsrechtlichen Umgang mit Ausreisewilligen aufgetaucht.
Daraus geht hervor: Das Antragsteller genötigt wurden, Kündigungen zu schreiben, aus der ein Zusammenhang mit der beantragten Ausreise nicht sichtbar werden durfte. Die Ausreisewilligen seinen dann oft jahrelang arbeitslos gewesen oder hätten schlecht bezahlte Jobs annehmen müssen. Diese Jahre hätten vor allen Auswirkungen auf dier Rentenversicherung.
Bisher hätten die Betroffenen bei den für Rehabillitation zuständigen Ämtern nicht beweisen können, dass sie nicht selbst gekündigt hatten.
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Aha- sie vermeiden den Begriff "Staatsgrenze ".
Aber was bringt der Fund. Eigentlich doch nichts. Denn sie müssten beweisen, dass sie nach dieser Richtlinie behandelt und genötigt wurden. Letztendlich haben sie immer selbst gekündigt.

 
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RE: Ausreisewillige

#2 von Brecht , 21.03.2016 21:57

Hier müssen doch welche mittlerweile total verblödet sein.
Wie kann ich, wenn ich mit aller Macht meinen Standort wechseln will, meine bisherige Arbeitsstelle verlassen, ohne zu kündigen.
Egal nun, ob die die DDR verlassen wollten, weil es ihnen hier Scheisse ging, weil die Stasi ihnen ständig auf den Sack gegangen ist, oder weil es drüben mehr Kohle gab - aber sie wollten von sich aus raus. Nach (west)deutschem Arbeitsrecht ist von Seiten des Arbeitnehmers die Benennung eines Grundes nicht Bestandteil einer Kündigung.
Der Staat hat sie nicht genötigt zu gehen. Also ist es doch logisch, daß ich hier meinen Job kündige und mir drüben einen neuen suche. Es sei denn, er wollte weiter im VEB XY - Betriebsteil Bochum arbeiten. Dann reichte ein Überleitungsvertrag ..

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RE: Ausreisewillige

#3 von TomTom , 21.03.2016 21:58

aber nur so lässt sich abkassieren.
Und was genau so wichtig erscheint in heutiger Zeit: Stasi und DDR schlechter machen, jeden Tag schlechter machen...

 
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RE: Ausreisewillige

#4 von Uwe , 21.03.2016 22:00

Dabei waren wir doch schon schlecht genug ...

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RE: Ausreisewillige

#5 von Robert , 21.03.2016 22:01

Ist doch die Höhe, erst wollen sie die DDR verlassen und beschweren sie sich über die DDR das sie durften.
Sie wollten die Gesetze der DDR missachten und beschweren sich dann das die Gesetze für sie nicht galten.
Sie wollten sich nicht mehr an der Gesellschaft einbringen (arbeiten) und beschweren sich dann das sie nicht mehr sich einbringen (arbeiten) brauchten.
Oh OH die Verfolgten der DDR. Stolpern irgendwann über die eigenen Schnürsenkel.

 
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RE: Ausreisewillige

#6 von Oldie , 21.03.2016 22:02

sie wurden wahrscheinlich so gierig, dass sie jegliches Maß vergessen liess.
Sie brauchten ja auch wirklich nicht viel zu tun, durch die Arbeit dieser Bundesregierungen werden ihnen ja ungefragt ständig gebratene Hähnchen in den Hintern geschoben. Hauptsache sie bleiben ihnen als willfährige Opfer der DDR/SED/Stasi-Diktatur erhalten. Koste es was es wolle ..


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RE: Ausreisewillige

#7 von Oswald , 21.03.2016 22:04

Das passt aber nicht in das heutige ideologische Bild der Antikommunisten.

 
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RE: Ausreisewillige

#8 von Wassermann , 21.03.2016 22:05

Deswegen bedient man sich ja auch seiner Fünften Kolonne, den bezahlten Opfern der DDR/SED/Stasi-Diktatur.

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RE: Ausreisewillige

#9 von Volkmar , 21.03.2016 22:06

Man hätte sie ziehen lasse sollen.Antrag abgeben- ins Auto sacken und ohne Rückfahrkarte über die Grenze schießen. Eigentum konfizieren zu Gunsten des Staates um die Unkosten aufzuwiegen.

 
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RE: Ausreisewillige

#10 von Friedrich , 21.03.2016 22:07

Das würde aber nichts daran ändern, daß die nach der Wende ihr (selbst aufgegebenes) Eigentum zurück verlangten, incl. einer Entschädigungszahlung.
Und von diesem hiesigen heutigen sogenannten Staat auch noch dazu aufgefordert wurden und werden.

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RE: Ausreisewillige

#11 von Karin , 21.03.2016 22:09

Betroffene Ausreisewillige sehen diese Problematik ganz anders. Unter dem Blickwinkel der Repressionen durch den Staat.

 
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RE: Ausreisewillige

#12 von Signum ( gelöscht ) , 21.03.2016 22:10

Repressionen ist gut. Ist sogar sehr gut.
Jedes Gesetz, jede Verordnung eines Staates beinhaltet in irgendeiner Form Respressionen.
Es ist immer eine Frage, wie ich das Wirken dieser Repressionen auf mich als Individuum interpretiere.
Bin ich rechtsloyal, oder gehe ich auf Konfrontation.
Ursache und Motivation für Beides sind ebenso individuell verschieden.
Es war, ist und wird auch lange so sein, daß sich die Unterordnung der Individuen unter das Gemeinwohl, von Einigen als nicht hinnehmbare Repression darstellt, während Andere versuchen, mit Einsicht in die Notwendgkeit mit diesen zu leben.
Das ist heute nicht anders. Nur die Arten und Formen der Repression des Staates können differieren.
"In der Summe der Repressionen waren beide deutsche Staaten gleich..."

Signum

RE: Ausreisewillige

#13 von Theo , 21.03.2016 22:11

A ja - wie am Beispiel unserer Bürgerrechtlerinnen Bohley und Wollenberger (Lengsfeld) sehr schön erkennbar, wurde diese Methode ja angewandt und im Nachhinein von Beiden und der offiziellen BRD als rechtswidrig und diktatorisch gebrandmarkt.
(Beide wurden nach einer nichtgenehmigten Demonstration zu 6 Monaten Haft verurteilt und einen Monat nach dem Urteil aus der DDR nach Großbritannien ausgewiesen.)
Die DDR konnte im Prinzip machen was sie wollte - es war immer falsch ...

 
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RE: Ausreisewillige

#14 von Karsten , 21.03.2016 22:13

Die haben selbst das freiwillig aufgegebene Eigentum im Nachhinein wieder zurückgefordert.
(Einschließlich der Kinder, die sie vor ihrer Nacht-und-Nebel-Flucht allein in den Wohnungen zurück gelassen haben ...)

 
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RE: Ausreisewillige

#15 von MZ-Fahrer , 21.03.2016 22:14

Jetzt im TV lief eine Wiederholung zu DDR 1989. Borschaft Prag. 1 Borschaftsangehöriger und 1 DDR Flüchtling durften dort Wort führen.
Beschrieben u.a. die Überführung der Flüchtigen über DDR in die BRD.
Angeblich war es den DDR Sicherheitsorganen peinlich, dann auf DDR Gebiet den Leuten im Zug die DDR Pässe abzunehmen. Denn sie wurden ja defacto ausgebürgert.
Als der Zug dann die DDR verließ und auf BRD Gebiet auf freier Strecke hielt- stiegen alle Flüchtigen aus und küsten dort die deutsche Erde ( so wörtlich ).

Ich könnte diesem Spinner noch 23 Jahre nach der DDR den Hals umdrehen.
Aber auf der anderen Seite macht solche Schilderung auch bedenklich. Für was für Arschlöcher im Volke wir den Dienst leisteteten unter persönlichen Entbehrungen, kaputten Ehen ......

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