Flugplätze GST ( der DDR )

#1 von Rainer , 06.03.2020 17:58

Flugplatz Purkshof bei Rostock

Ein Flugplatz der GST.
Auf dem dann in den 80ger Jahren auch diensthabende Hubschrauber des MHG-18 (Parow) stationiert worden sind. Plus ein Hubschrauber für den Chef Volksmarine.

Mit Aufstellung der Fla-Raketen-Abteilung Hinrichshagen Anfang der 60ger Jahre war am nördlichen Rand des Flugplatzes auch die Radarstation der FRA entfaltet.

Der Platz ist aber auch von Agrarflug genutzt worden.

https://maps.google.de/maps?q=Prangendor...rangendorf&z=15

Rainer  
Rainer
Beiträge: 26
Punkte: 59
Registriert am: 25.02.2016


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#2 von Funker , 06.03.2020 18:02

Dort wird auch jetzt in der neuen Zeit noch geflogen. Gleich auf der anderen Straßenseite von Karls Erdbeerhof.

 
Funker
Beiträge: 59
Punkte: 116
Registriert am: 25.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#3 von Barnimer ( gelöscht ) , 06.03.2020 18:03

Flugplatz Altglietzen ( Oderbruch)
Altglietzen- ein Nest östlich von Berlin im Oderbruch bei Bad Freienwalde. An der viel befahrenen Route zum Polenmarkt am GÜ Hohenwutzen.


Im VEB Kranbau Eberswalde gab es zu DDR-Zeiten eine GST-Grundorganisation Segelflug.

Geflogen wurde hingegen in Altglietzen bei Bad Freienwalde, auf dem dortigen Segelfluggelände nahe dem Kleinen Krebssee..

Noch vor der Wende war jedoch Schluss mit der Fliegerei. Der Flugplatz musste 1979 dem näher rückenden Kiesabbau weichen.
Den Kies benötigte das nahe Ziegelkombinat zur Herstellung der Ziegel.

Heute erinnert nicht mehr allzu viel an die Segelfliegerei in Altglietzen. Eigentlich steht nur noch die alte Flugzeughalle, die dann als Schafstall in Nutzung war.

Barnimer

RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#4 von Opitz , 06.03.2020 18:05

Altglietzen war ein Sandplatz - im Volksmund auch Flugacker genannt. Daher waren die fliegerischen Bedingungen sehr grenzwertig.
Der Vorteil des Platzes war, dass gleich nebenan die Eiszeit einige Endmoränenhügel hinterlassen hatte. Die sich für die fliegerische Anfängerschulung nutzen ließen.

Die damalige Einsitzerschulung mit Gummiseilstart am Hang können sich Flugschüler schon lange nicht mehr vorstellen.
Eine erste Vorübung war das Pendeln. Der offene Schulgleiter mitsamt dem angeschnallten Flugschüler wurde im Schwerpunktbereich mit kardanischer Aufhängung auf einen Bock gesetzt. Waren Wind und damit Anströmung gegeben, konnte man schon in dieser Trockenübung bei der Betätigung der Ruder per Steuerknüppel und Pedale die Wirkung von Höhen- Quer und Seitenruder spüren.

Die eigentliche Fliegerei begann anders. Man saß angeschnallt und mit Kopfhelm wie auf einem Gartenstuhl. Vorn am Haken wurde ein gabelförmig ausgelegtes Gummiseil eingeklinkt, an dem auf jeder Seite 5 Mann auf Kommando des Fluglehrers zogen. Heckseitig hielten 3 Personen mittels Seil die Maschine bis zum Startkommando des Fluglehrers fest. Er schätzte die Seilspannung je nach Auszugslänge und dem Keuchen der Mannschaft ab.
Wie eine F18 aus dem Startkatapult vom Flugzeugträger schoss dann das Schulflugzeug ab in die Lüfte .
Oder besser - er rutschte zunächst den Hang hinab, um dann mit immer höher und weiter werdenden Sprüngen am Fuße des Hügels zu enden.
Auf diese Weise kam der junge Flieger zu seinen ersten Fähigkeiten des Landens . Er fing die Maschine durch herannehmen des Höhenruders ab.

Die eigentliche praktische Ausbildung ging dann auf dem Platz mit Schleppstart mittels Motorwinde weiter.

Opitz  
Opitz
Beiträge: 166
Punkte: 312
Registriert am: 23.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#5 von Horschte , 30.12.2021 23:20

Flugplatz Schmoldow

Auf dem Flugplatz Schmoldow bin ich zum Segelflug gekommen.
Es ist einer der dienstältesten Segelflug-Plätze der GST . Auszug aus deren Webseite »

Zitat
Im Frühjahr 1954 war es dann so weit. Mit dem SG 38 konnte der 1. Lehrgang beginnen. Als Halle diente eine ungenutzte Scheune. Geschlafen wurde in Zelten. Im Sommer des Jahres (05.07.-30.08.) wurden gleich 4 Lehrgänge mit Dauer von 14 Tagen angeboten. Über 100 Interessenten (davon 8 Mädchen) konnten die ersten Sprünge machen.



Er wurde kontinuierlich bis zum Ende der DDR weiterentwickelt und hat die Wende als jetziger Sportflugplatz überlebt.

Heimatplatz der Flieger von der Uni Greifswald.

 
Horschte
Beiträge: 72
Punkte: 112
Registriert am: 17.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#6 von Bormann , 30.12.2021 23:23

für alle, die es interessiert, hier mal die "amtlichen Angaben" zum Flugplatz Schmoldow, wie sie im "Handbuch Sport- und Agrarflugplätze der DDR" Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht wurden.

http://www.nachrichtenbetriebsamt.de/Schmoldow-1.jpg

http://www.nachrichtenbetriebsamt.de/Schmoldow-2.jpg

Bormann  
Bormann
Beiträge: 14
Punkte: 30
Registriert am: 24.02.2016


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#7 von Ostwind , 30.12.2021 23:24

Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeuges war am 27.07.13 in Schmoldow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ein 50-jähriger Mann ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Neubrandenburg am Sonntag mitteilte, stürzte der Leichtflieger beim Anflug auf den Flugplatz Schmoldow ab und prallte auf einen Acker neben der Landebahn. Das Flugzeug explodierte beim Aufprall und ging in Flammen auf.

Der aus Remscheid stammende Pilot, der allein unterwegs war, wurde tödlich verletzt. Die Absturzursache war zunächst unklar. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und die Kriminalpolizei ermittelten und stellten menschliches Versagen im Landeanflug fest.

 
Ostwind
Beiträge: 29
Punkte: 53
Registriert am: 16.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#8 von Bonsai , 30.12.2021 23:25

Bei mir sind immer so Vorbehalte gegen Ultraleichtflieger. Eventuell nehmens dort auch einige Piloten nicht so genau. Leichtsinn eben.

 
Bonsai
Beiträge: 25
Punkte: 41
Registriert am: 16.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#9 von Uli-HGW , 30.12.2021 23:26

Dieser Platz war gern genommen vom Militär bei Übungen.
Ich kann mich noch an VS-14 dort erinnern.
Auch Staffeln vom KHG-57 bzw. KHG-5 oder auch MHG-18 nutzten den Platz .


Uli-HGW  
Uli-HGW
Beiträge: 33
Punkte: 57
Registriert am: 20.06.2020


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#10 von Peter Schmidt , 30.12.2021 23:28

Zitat von Gast im Beitrag #3
Flugplatz Altglietzen ( Oderbruch)
Altglietzen- ein Nest östlich von Berlin im Oderbruch bei Bad Freienwalde. An der viel befahrenen Route zum Polenmarkt am GÜ Hohenwutzen.


Im VEB Kranbau Eberswalde gab es zu DDR-Zeiten eine GST-Grundorganisation Segelflug.

Geflogen wurde hingegen in Altglietzen bei Bad Freienwalde, auf dem dortigen Segelfluggelände nahe dem Kleinen Krebssee..

Noch vor der Wende war jedoch Schluss mit der Fliegerei. Der Flugplatz musste 1979 dem näher rückenden Kiesabbau weichen.
Den Kies benötigte das nahe Ziegelkombinat zur Herstellung der Ziegel.

Heute erinnert nicht mehr allzu viel an die Segelfliegerei in Altglietzen. Eigentlich steht nur noch die alte Flugzeughalle, die dann als Schafstall in Nutzung war.


Altglietzen = Hoffmannscher Ringofen 1878 Industriekultur im Oderbruch
1951 bis 1990
Altglietzen. Chausseestraße 60, 16259 Altglietzen. (033369) 75243
ringofen-altglietzen@web.de

......dass 1890 noch 17 000 Ziegeleien in Deutschland existierten. 1996 gab es allein in den Neuen Bundesländern noch 64 Ziegelwerke, 37 davon waren neu gebaut: „Jetzt haben wir noch 24, davon 20 neu gebaute, in den neuen Bundesländern“, sagt er. Nicht zuletzt habe auch das Bad Freienwalder Wienerberger-Werk inzwischen dichtgemacht.

Es gibt aber noch eine Ziegelei im Oderbruch, die in jüngster Zeit viel an ihrem öffentlichen Erscheinungsbild arbeitet. Sie befindet sich in dem kleinen Ort Altglietzen, nördlich von Bad Freienwalde. Auch in dieser Gegend gab es mehrere Ziegeleien, wie man an dem Schornstein einer ehemaligen Ziegelei im nahe gelegenen Trebnitz noch sehen kann. Vor 50 Jahren waren es noch fünfzehn. Ebenso wie aus dem Zehdenicker Raum wurden auch aus dem Oderbruch Milliarden von Ziegel nach Berlin gebracht. Teilweise über die Oder aber auch mit der sogenannten Preußischen Ostbahn

Diese nahm 1851 ihren Teilbetrieb auf und war später mit insgesamt rund 750 km Länge die erste bedeutende Eisenbahnlinie der Preußischen Staatseisenbahnen. Sie erschloss die preußischen Gebiete östlich Berlins und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der wichtigsten Eisenbahnmagistralen Europas und zu einer der Hauptachsen des Ost-West-Verkehrs im damaligen Deutschen Reich. Eine interessante Ausstellung in Groß Neuendorf /Oder informiert umfassend über diese Bahn.

Zurück nach Altglietzen. Auch diese Ziegelei verfügt, wie die anderen genannten Ziegeleien, über einen Hoffmannschen Ringofen. Diese Erfindung des Ringofens war für die Ziegelherstellung revolutionierend. Das Patent darauf meldete der Ingenieur, Erfinder und Unternehmer Friedrich Eduard Hoffmann im Jahr 1858 an. Das Grab des 1900 verstorbenen, auch erfolgreichen Baumeisters, befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

Die Ziegelei Altglietzen gehörte von 1871 bis 1920 Wilhelm Fritze, der um 1878 einen Hoffmannschen Ringofen errichten ließ. Nach dem Ersten Weltkrieg kaufte Max Hietzig das Ziegelwerk in Altglietzen und im Jahre 1929 wurde der vorhandene Ringofen, wegen der gestiegenen Nachfrage an Ziegeln, erweitert und neu gestaltet.

Der Zweite Weltkrieg hatte große Schäden an der Ziegelei verursacht. Sie wurde aber durch den Eigentümer aus eigenen finanziellen Mitteln wieder aufgebaut, so dass 1947 die Produktion auch im Ringofen wieder aufgenommen werden konnte. Diese erfolgte bis Mitte der 1980er Jahre. Dann wurde der Ringofen stillgelegt, weil das Tonvorkommen erschöpft war.

Die Produktion wurde umgestellt auf Gebrauchs- und Zierkeramik und gebrannt wurde in Elektroöfen.
1993 erfolgte durch die Firma Golem ein erneuter Umbau. Bis heute werden Verblender, Handstrich- und Formziegel für Gebäuderestaurationen in Gasbrennöfen hergestellt. 1989 musste der Schornstein des Ringofens in Altglietzen, auf Grund starker baulicher Mängel, abgerissen werden und es erfolgte die Aufnahme in die Akte der Denkmalliste.

Der Ringofen wurde dann viele Jahren nicht mehr für die Produktion von Ziegeln genutzt und so nagt der Zahn der Zeit an diesem letzten gut erhaltenen Bauwerk seiner Art, hier im Oderbruch, wo früher eine Vielzahl von Ziegeleien zu finden waren.

Der Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen e.V. Wurde im Jahr 2006 ins Leben gerufen, mit dem Ziel den Ringofen zu erhalten. Der Ringofen soll wieder zu einer ansprechenden Attraktion für den Ort Altglietzen werden, wo Ausstellungen und Besichtigungen möglich sind, wo die Geschichte und Tradition, vom Ziegel und Ziegelhandwerk, vermittelt werden kann.

von Peter Siebke

Peter Schmidt  
Peter Schmidt
Beiträge: 17
Punkte: 17
Registriert am: 25.02.2016


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#11 von Opitz , 30.12.2021 23:29

In der Region um Bad Freienwalde wurden dank ergiebiger Tonvorkommen traditionell Ziegel hergestellt, bis in die 1950er Jahre gab es dort noch etwa 15 Ziegeleien mit einem Ringofen.
Mittlerweile ist die ehemalige Dampfziegelei die einzige Stätte der Region, an der Ziegel noch wie vor 100 Jahren produziert werden können. Gegründet 1871, wurde die Ziegelei nach dem 1. Weltkrieg von Max Hietzig erworben. 1929 wurde der vorhandene Ringofen erweitert und neu gestaltet, um der weiterhin steigenden Nachfrage begegnen zu können. Die Familie Hietzig sorgte nach dem 2.Weltkrieg mit für den Wiederaufbau des schwer beschädigten Ziegelwerks.

Opitz  
Opitz
Beiträge: 166
Punkte: 312
Registriert am: 23.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#12 von Regner , 30.12.2021 23:30

 
Regner
Beiträge: 17
Punkte: 25
Registriert am: 18.10.2015


RE: Flugplätze GST ( der DDR )

#13 von Lord Knut , 29.06.2022 15:07

Eine Aufnahme aus den 80gern. L-29 "370" auf dem Sockel vor der Fliegerschule Schönhagen

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
Lord Knut  
Lord Knut
Beiträge: 48
Punkte: 112
Registriert am: 13.10.2017


   

Flugzeugbau
DDR-Flugplatzprojekte Zivilluftfahrt

Xobor Forum Software von Xobor
Datenschutz