Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#1 von Uli-HGW , 19.10.2025 13:46

Das Marinefliegergeschwader 28 ( MFG-28) sollte nach Ansicht der Volksmarine als Schlachtfliegergeschwader der Volksmarine aufgestellt werden.
Es wären die einzigen "Schlachtflieger" der NVA.
Dieses Vorhaben zerschellte jedoch mit Übernahme der Typenplanung von den LSK/LV.

So erfüllte das MFG Aufgaben der Frontfliegerkräfte, da entsprechende Ausstattung mit Flugkörpern der Frontfliegerkräfte erfolgte..
Die Zuordnung zur Volksmarine erfolgte aufgrund von Forderungen des VOK, dass die NVA mit einem dritten Jabo-Geschwader zur Unterstützung von Handlungen der Volksmarine im Rahmen der Handlungen der Vereinten Ostseeflotten befähigt wird..
Hintergrund der Geschwaderaufstellung war dann später auch der Wegfall polnischer Streitkräfte nach 1980 für Kriegdhandlungen in der 1. Staffel der Vereinten Streitkräfte in Westrichtung.
Somit viel die Aufstellung des MFG-28 nicht in die Abrüstungsnormen.

Gemäß Angaben vom Generalmajor Dr. Voigt ( letzter Chef des Stabes Kdo LSK/LV ) sowie Generaloberst Moskwiteljew ( Sowjet. Armee) war im Verteidigungszustand das MFG-28 aus der NVA in operativer Unterstellung zum Oberkommandierenden der 1. Westfront zu stellen - dort geführt durch den Chef Frontfliegerkräfte zur Unterstützung von Handlungen der VOF..
Mit dem speziellen Einsatzauftrag zur Unterstützung von Handlungen der Volksmarine der DDR als 3. Flotte der Vereinten Ostseeflotten.

Aufgestellt wurde das MFG-28 auftragsgemäß und gem. Vereinbarung zw. Chef Volksmarine und Chef LSK/LV durch das Führungsorgan Front-und Militärtransportfliegerkräfte ( FO FMTFK) als verwaltendes Führungsorgan für die NVA Frontfliegerkräfte ( Jagdbomber/Aufklärungsflieger).
Flugzeug -Versorgungstechnisch blieb das MFG-28 bei LSK/LV angebunden- so wie bereits zuvor die Armeefliegerkräfte. Operativ unterstellt war das MFG-28 jedoch ab 1989 dem Chef Marinefliegerkräfte der Volksmarine.

Aufgestellt wurde das MFG-28 aus der 3. Staffel des JBG-77 auf dem Flugplatz Laage mit den vorhandenem Flugzeugtyp Su-22M4.
Die 3. Staffel des JBG-77 war nur mit dem Ziel der gedeckten Bildung MFG-28 und Ausbildung von Flugzeugführern des MFG aufgestellt worden.
Im Aufstellungszeitraum flogen eben bereits diese Kräfte des JBG-77 bei Übungen ihre Einsätze im Zusammenwirken mit Flottenkräften der Volksmarine.
Die Aufstellung des MFG-28 endete am 27. November 1987. Ab Dezember 1985 begann der Flugbetrieb des MFG-28- noch unter der Regie eines LSK/LV Verbandes.
Das Geschwader bestand aus 2 Jagdbomberstaffeln mit insgesamt 24 x Su-22M4.

Flugzeuge des MFG-28 waren analog zum JBG-77 mit Aufklärungscontainern -und Ausrüstungen ausgestattet ( KKR1T und SRS-13 für elektronische Aufklärung).
In dieser Spezifikation flogen die Maschinen des MFG-28 auch Aufklärungsflüge enntlang der Staatsgrenze im Ostseeraum.
Es gibt Webinhalte, die berichten von gemischten Flügen MFG-28 und JBG-77 in beiden Regionen der Staatsgrenze ( West bzw. Ostseeraum )- solche Angaben sind Legende und basieren auf Unverständnis der Dinge.
Das JBG-77 flog Aufklärungsflüge an der Westgrenze zur BRD und nur bedingt im Aufstellungszeitraum des MFG-28 im Ostseegebiet, da ja noch die Komponenten des künftigen MFG-28 zum JBG-77 gehörten.
Maschinen des künftigen MFG-28 flogen auch Aufklärungsflüge an der Westgrenze- als sie noch faktischer Bestandteil des JBG-77 waren.
Zugegeben: verwirrend - aber das war ja auch Ziel der Maßnahme.
Es war nichts mit gemischtem /abwechselndem Abfliegen - mit Unterstellungszuordnung gemäß dem Soll flog dann jeder die Aufklärungsflüge in seinen zugeteilten Bereich.

Diese Ausstattung der Maschinen des MFG-28 machten eine zugeordnete Takt. Aufklärungsfliegerstaffel überflüssig. Eine TAFS für MFG-28 war bis Ende 1990 in den Perspektivplanungen bis zum Jahr 2000 nicht vorgesehen.

Auch war kein Ersatz der Su-22 Maschinen gegen Maschinen anderen Typs ( wie Su-25K) vorgesehen oder in der Perspektivplanung bis 2000.
Alles was dazu bisher so kursiert sind reine Gerüchte.
Vielmehr galt es die Änderung der Militärdoktrin Ende der 80ger Jahre zu berücksichtigen und damit ein abrücken von Offensivwaffen- die Su-25 wäre eine solche.
In diesem Sinne ist ein Vorschlag der sowjetischen Seite bekannt, ie Geschwader JBG-77 und MFG-28 mit MiG-27 auszustatten.
Die Umrüstung der GSSD/WGT Frontflieger auf MiG-27 lief in der Folge an. ZUr NVA fiel aus den gesellschaftlichen Veränderungen bis Sommer 1990 verständlich keine Finale Entscheidung.


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RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#2 von Uli-HGW , 19.10.2025 13:47

Stationierungsflugplatz: Laage
als befristete Zwischenlösung.
Neuer Stationierungsflugplatz sollte werden der bisherige Feldflugplatz Warbelow bei Demmin- dessen Ausbau für eine ständige Basierung des MFG-28 plus 2 Bataillone ab 1987 erfolgen sollte.
Jedoch musste der Ausbau von Warbelow aus ökonomischen Gründen auf unbestimmte Zeit nach 1990 verschoben werden.
In Laage konnte das MFG auch nicht voll basieren- da die Nachfolgenutzung des Platzes bereits angelaufen war.
Daher griff dann wieder eine Zwischenlösung:
Als Einsatzflugplatz vorgesehen ab 1992: Groß Mohrdorf - der sich bis 1992 in einer Umbauphase befand..
Der Flugplatz Warbelow sollte in der Zeit aus Feldflugplatz des MFG-28 fungieren. Im Jahre 1988 übten Piloten des MFG-28 auf dem Feldflugplatz Warbelow Starts und Landungen auf Grasbahnen.

Am 06.10.1989 Verleihung des Traditionsnamens " Paul Wieczoreck".
Damit wurde die Existens des Marinefliegergeschwaders erstmals offiziell und öffentlich bekannt.

Operative Unterstellung zur Volksmarine im Jahre 1989 ( Oktober) . Am 20.07. 1990 erfolgte jedoch erst die Einführung der Marineuniform und Dienstgrade.

Aufgelöst durch die Bundeswehr zum 31.12.1990.
Dem MFG-28 waren zugeortnet: Fliegertechnisches Batallion 28 ( FTB-28) Laage zur Flugzeugversorgung.
Nachrichten- und Flugsicherungsbatallion 28 ( NFB-28) Laage zur Sicherstellung der Nachrichten -und Flugsicherungsmittel.
Teile des NFB-28 war die Funktechnische Kompanie ( FuTK-28) Saal mit der dortigen Fliegerleitstelle.
Die Fliegerleitstelle und der GS der FuTK waren mit in dem kleinen GS der örtlichen FuTK-332 untergebracht.

Entgegen Darstellungen auf einer anderen Page, hat die vorgesehene Nutzung der Flugplatzes Groß Mohrdorf NICHTS mit Verlegungen des MFG-28 als mögliche Kenwaffenträger zu tun- das ist ein Irrglauben.
Hier geht es einzig und allein um den Einsatz und Einsatzgrundsätze für das MFG-28 im Rahmen der Vereinigten Ostseeflotten und der verspäteten Bereitstellung der Basierung Warbelow.
Auch erfolgte ein starker Ausbau des Nachrichtennetzes für das MFG-28 in Richtung 3. LVD und Volksmarine- auch das ist nicht von der Hand zu weisen.
Zudem wurde an der FuTK Saal - dem Flugplatz Groß Mohrdorf Nahe gelegen- die Fliegerleitstelle des MFG-28 betrieben.

Die operative Unterstellung des MFG-28 erfolgte zur Volksmarine. ( offiziell)
Handlungen/ Aufgaben des MFG-28 ergaben sich daraus in Form von Luftunterstützung bei Angriffshandlungen der Stoßkräfte der VOF ( Raketenschnellboote).
Das MFG-28 konnte - ebenso wie Einsatz Jagdfliegerkräfte oder Frontfliegerkräfte - nur über die Führungsebene Kommando LSK/LV eingesetzt werden.
Auf Seiten Kdo LSK/LV war zuständig ab 1985 die Gruppe Gefechtseinsatz ( Leiter: Oberst Paul) im Bereich Operativ und in dieser Gruppe die Gruppe LSK ( Leiter: Oberst Altmann).
Aus diesem Grunde arbeitete die Abt. Marinefliegerkräfte des Kdo VM eng mit dem Leiter GFZ-5, Gruppe LSK zusammen, um die Verstärkungsmittel der VM- hier: MFG-28- zu planen und einzusetzen.

Im Verteidigungszustand wurde auch das MFG-28 dem Kommandierenden der 16. Luftarmee übergeben/ unterstellt.
Dort lag die Einsatzführung der Gruppe LSK der LSK/LV NVA auf dem Gefechtsstand der 16. Luftarmee und die materielle Versorgung
oblag der Gruppe RD der LSK/LV NVA auf der Rückwärtigen Führungsstelle (RFS) der Luftstreitkräfte 1. Front/ 16. Luftarmee GSSD.
Bedeutet: Auch das MFG-28 war ( analog der JGB-37 und 77 für die Landstreitkräfte) nur Verstärkungsmittel der Volksmarine im Verbund der Vereinigten Ostseeflotten.


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RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#3 von Uli-HGW , 19.10.2025 17:19

Allg. Daten:
Tarnname: Rastplatz
Tarnname Gefechtsstand: Feuerwehrschlauch
Tarnname Fliegertechnisches Batallion-28 (FTB-28) : Kornähre
Tarnname Nachrichten/Flugsicherungsbatallion-28(NFB-28): Lampenschirm
Tarnname FuTK-28 Saal: Lampenschirm 71
Amt: Laage 62-0
Amt FuTK-28 Saal: Ribnitz-Damgarten 217
S1- Fernsprech: über 83834+88
S1-Fernsprech FuTK-28: über 643451-11
S1- Fernschreib: über 839-376
S1-Fernschreib FuTK-28: über 649-406


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RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#4 von Uli-HGW , 19.10.2025 17:19

Kommandeure des Geschwaders:
1985 bis 1987.... Oberst J. Roske ( Verantwortlich für die Aufstellung des Geschwaders)
1987 bis 1990.... Fregattenkapitän ( Oberstleutnant) H. Mallwitz.


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RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#5 von Meteor4 , 19.10.2025 17:30

Letzter Flugtag
Von Hannes Mallwitz - Geschwaderkommandeur

https://www.youtube.com/watch?v=jgBX3LKDvFg&t=39s


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zuletzt bearbeitet 19.10.2025 | Top

RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#6 von Klarofix , 19.10.2025 17:33

Filme von Hannes Mallwitz reingestellt. Letzter Kommandeur MFG-28.


Eine Staffel SU-22 des MFG-28 über der Ostsee:
https://www.youtube.com/watch?v=TrvSt72VEzg
https://www.youtube.com/watch?v=-pGFi_L13mY

Flugtag MFG-28:
https://www.youtube.com/watch?v=jgBX3LKDvFg

Das Waffenarsenal einer Su-22 M4 des MFG-28:
https://www.youtube.com/watch?v=sqNowFZt2Hw

Su-22 M4 mit KKR/SPS141 . Vorbereitung einer Su-22 M4 für einen Aufklärungsflug über der Ostsee:
https://www.youtube.com/watch?v=o-xtSUo6UT0

Es sollte der letzte Flugtag der Geschwader am Flugplatz Laage werden, leider wurden Flüge verboten... daher ein Rolltag:
https://www.youtube.com/watch?v=3PYZxeg8C6g

Der Schrottplatz Laage 1992:
https://www.youtube.com/watch?v=izSvQHpQHbM

Flug von 3 SU-22 des MFG-28 nach Manching:
https://www.youtube.com/watch?v=Y5Yio4oqdRQ

 
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RE: Marinefliegergeschwader 28 (MFG 28 NVA

#7 von Ostsee , 19.10.2025 17:36

Aus der Zeitleiste:

12.08.1985
Aufstellung - Beginn der Arbeit des Vorkommandos

27.11.1985
Abschluss der Formierung des Geschwaders

10.12.1985
Aufnahme des Flugbetriebes

15.05. bis 03.06.1986
Forcierte Ausbildung in Peenemünde

21.09. bis 23.09.1986
Verlegung des Geschwaders nach Holzdorf zur Überprüfung durch das Vereinte Oberkommando

06.-14.09.1987
Teilnahme an der operativ-taktischen Übung "Sojus 87"

29.02.1988
Übergabe der Truppenfahne

August 1988
Staffelaustausch (Verlegung) der 1. MFS nach Tschkalowsk/UdSSR (bei Kaliningrad) mit 846. OMSchAP (Selbstständiges Marineschlachtfliegerregiment) der Baltischen Rotbannerflotte

August 1989
Staffelaustausch (Verlegung) der 2. MFS nach Tschkalowsk/UdSSR (bei Kaliningrad) mit 846. OMSchAP (Selbstständiges Marineschlachtfliegerregiment) der Baltischen Rotbannerflotte

06.10.1989
Verleihung des Ehrennamens "Paul Wieczorek" durch Generaloberst Reinhold

20.07.1990
Einführung der Uniformen und Dienstgrade der Volksmarine

August 1990
Staffelaustausch (Verlegung) von Teilen der 1. MFS nach Tschkalowsk/UdSSR (bei Kaliningrad) mit 846. OMSchAP (Selbstständiges Marineschlachtfliegerregiment) der Baltischen Rotbannerflotte

27.09.1990
Letzter Flugtag der LSK/LV
Wegen des bestehenden Flugverbots in Laage, durften die Maschinen nur am Boden rollen. Die Su-22M4 taktische Nummer "798" (steht heute im Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow) erhält einen Sonderanstrich in den Landesfarben Mecklenburgs (blau/gelb/rot). Gegen 15:15 Uhr Überflug eines Mi-8-Verbandes (Formation) über den Platz (Abschiedsgruß des MHG-18 an das MFG-28).

02.10.1990
Auflösung

 
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