CB-Funk

#1 von Wagner , 10.06.2023 22:53

Netzfund:
1980 war ich Kriegsdienstverweigerer also Zivi.
Meine Zivistelle hatte ich mir selbst gesucht. Da ich Elektriker war hat man mich gerne im Krankenhaus für die Hausmeisterei eingestellt. Schon kurz darauf war ich wegen Personalmangel einer der Nachtpförtner. 7 x 10 Stunden Woche, danach 1 Freiwoche. Aber was tun die ganze Nacht? Also Funkgerät und Zimmerantenne mitgebracht, aber wie zu erwarten ging das aus der Pforte raus nur ein paar hundert Meter. Aber da war ja noch eine Pagerantenne für die Personenrufanlage ganz oben auf dem Dach vom Krankenhaus. Das Koaxkabel ging bis in einen Schrank in der Pforte zur Pagerzentrale. In einer Nachtschicht hab ich dann alles umgeklemmt. Die Pagerantenne hing dann an meiner kleinen 40 Kanal Realistic und an die Pagerzentrale hab ich einen Drahtdipol angeschlossen und in die Zwischendecke gelegt. Die Antenne, eine Groundplane war zwar ein wenig zu kurz, aber mit der Matchbox war es kein Problem. Zuhause hab ich dann alles in einen Aktenkoffer eingebaut. Funkgerät, Netzgerät, Matchbox mit Stehwellenmeßgerät und Natürlich der umgebaute Telefonhörer wo Mikrofon und Lautsprecher untergebracht waren. Zur Nachtschicht hab ich immer meinen Funkkoffer mitgebracht. Durch die perfekte Tarnung hat der Chef niemals etwas mitgekriegt. Telefone standen eh genug in der Pforte herum. Ab 22 Uhr war meistens Ruhe im Krankenhaus. (war damals echt so, nicht so wie heute, wo ein Wachdienst erforderlich ist) Trotz meiner 20 Jahre war ich eine Respektsperson in meiner Nachtpforte HiHiHi. Da nachts keine Überreichweiten herrschten, war das Band sehr ruhig. Auf den damals noch nicht zugelassenen Kanälen erst recht. Mit meinen 4 Watt und der Pagerantenne waren Reichweiten um 60km drin. So hab ich über ein Jahr lang aus der Nachtpforte gefunkt. Zum Schluss meiner Zivizeit hab ich den Dipol wieder aus der Zwischendecke gezogen und die Pageratenne wieder angeschlossen. Keiner hat es bemerkt. Die Pager zum Rufen der Ärzte im Haus haben auch ohne Hochantenne funktioniert. Vielen Dank an die Post, die uns diese schöne Zeit ermöglicht hat. Ich habe hunderte Leute kennengelernt. Mit einigen hab ich immer noch Kontakt. Heute natürlich mit DL-Call.

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RE: CB-Funk

#2 von Funker , 22.09.2023 22:19

Außer Rauschen nix gewesen, aber dann!
Mein Vater hatte Ende der 70-er Anfang der 80-er Jahre CB-Funk (12 Kanäle AM) betrieben. Er besaß eine Mobilkiste und eine Handfunke, die nach seiner aktiven Zeit immer im Schrank war.
Und wie es so ist, wenn kleine Kinder daheim rumstöbern und irgendetwas finden, was mit Strom funktioniert, wird es natürlich ausprobiert. Also, Batterie rein, Funke an aber außer Rauschen nix gewesen, gerufen wie ein Blöder, aber es wollte mich keiner hören. Also wieder rein in den Schrank und wieder vergessen. Jahre später war ich mit zwei Schulkameraden unterwegs und der eine hatte seine 100mW Funkgeräte von der Quelle dabei. Die mussten ja gehen, also gleich mal ausprobieren und feststellen, weiter wie rufen gingen die Dinger nicht.
Da meinte mein anderer Kumpel, dass er was viel besseres daheim hätte und mir fiel wieder das Funkgerät im Schrank ein, also hat jeder seine Funke geholt und dann mussten wir feststellen, dass wir genau dieselben CB-Handfunken hatten. Nur leider konnten wir nicht miteinander funken, weil unsere 2 Kanal Kisten unterschiedliche Quarze hatten. Der Vater von meinem Kumpel nahm unsere Funkgeräte mit in die Arbeit und danach konnten wir zusammen funken.
Mein Kumpel und ich wohnten direkt gegenüber vielleicht 50m auseinander, hatten also von unsere Zimmer Blickkontakt. Am Anfang hatten wir natürlich nur mit Akkus gefunkt, aber woher sollte man wissen wann der andere QRV (sein Funkgerät anhat) ist. Die Kiste die ganze Zeit laufen lassen mit den alten Akkus, das ging nicht lange, natürlich wussten wir uns zu helfen. Erstens basteln wir ein Netzgerät an die Handfunke und zweitens installierten wir an unseren Fenster außen ein Licht das in einer Ferrerokiste vorm Wetter geschützt war. Wenn das Licht an war, war man QRV und man konnte den anderen rufen. Natürlich haben wir im laufe der Zeit versucht die Anlage zu optimieren, Antenne absetzen usw. Ich hatte ja das Glück, das mein Vater ja noch eine alte 12 Kanal AM-Mobilkiste hatte und seine alte Antenne fand er auch noch, also das ganze Zeug aufgebaut und siehe da, es geht schon ein wenig besser und vor allem komfortabler, man brauchte ja nicht mehr das ganze Funkgerät halten sondern nur das Mike. Die Antenne wurde dann irgendwann auf einen alten Christbaumständer montiert und vor meinem Zimmer auf das Flachdach gestellt. Aber irgendwann stellte man fest, dass wir auf AM funken und der Rest der Funkerwelt auf FM war, deswegen wurde auf eine FM Handfunke mit 40 Kanälen gespart.
Mit dieser Funke machte das Funken zwar Spaß, man konnte ja mit dem Fahrrad immer auf den Berg fahren, um weiterzukommen, aber das Gelbe vom Ei wars immer noch nicht. Natürlich wälzte man den Conradkatalog rauf und runter und eines Tages, war im neuen Conradkatalog, das C-Mobil. Damals stand fest, diese Ding wollte ich unbedingt haben. Also ab zum Briefkasten, weil mit Online bestellen war ja Anfang der 90-er Jahre noch nicht, und die Funke bestellt, und ewig drauf gewartet, weil das Funkgerät sich so gut verkaufte dauerte natürlich die Lieferung umso länger. Aber irgendwann war natürlich auch das C-Mobil da. Ein Netzgerät musste auch noch besorgt werden, aber das hat mein Vater zum größten Teil gesponsert.
Von nun an hat das Funken natürlich Spaß gemacht, weil im Laufe der Zeit auch eine Hochantenne dazu kam, so waren schließlich unglaubliche Reichweiten zu überbrücken, ich glaube 90km war das weiteste. Irgendwann lerne ich auf Funk den Günter ohne H kennen, der meinte, dass er vor habe die Amateurfunk Lizenz zu machen, ich hab mir zwar auch immer darüber Gedanken gemacht, aber wie und wo macht man die Lizenz, Internet zu Informieren gab´s ja noch nicht. Er meinte, dass in Bamberg ein Kurs stattfinden würde, er aber keine Lust hat, den alleine zu machen. Da ich ja gerade eine Ausbildung zum Energieelektroniker machte, war es eigentlich auch nicht gerade schwierig, beim Stoff mitzukommen und Gesetzeskunde ist ja eh nur reine Lernsache. Ich habe aber trotzdem in jeder freien Minute gelernt, was ging, weil ich es ja aufs erste Mal geschafft habe und noch viel wichtiger war, ich wollte die Technikpunkte auf jedenfalls für die damalige Klasse B erfüllen. Das hatte zur Folge, dass ich fast alle Fragen und Antworten auswendig konnte.
So die Prüfung war geschafft, nach ein paar Tagen und etlichen Briefkastenkontrollen später war endlich die Lizenz da.
Direkt nach den Amateurfunkkurs, kam der Morsekurs und ein wenig später hatte ich auch noch die B-Lizenz geschafft. Später kam ich zur Bundeswehr zu einer Fernmeldeeinheit. Und eines Tages sah ich einen 6 Element Beam auf einem Kasernendach. In der Kaserne gab es die Clubstation DK0AC. So hab ich meine Bundeswehrabende hauptsächlich an der Clubstation verbracht. Damals hab ich auch sehr viel Packet Radio gemacht, weil Ende der 90-er war Internet noch fast ein Fremdwort und mit Handys konnte man höchstens teure SMS schreiben. Aber zum Glück gehen 10 Monate Bundeswehrzeit auch irgendwann mal rum.
So, das war meine kleine Geschichte, als ich letztendlich über eine kleine Handfunke zum Amateurfunk kam.

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RE: CB-Funk

#3 von Roland , 06.12.2023 19:12

Wir waren 1977 schon "wireless"

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