Wandern vom Mummelsee zur Hornisgrinde
Der Schwarzwald zwischen Baden-Baden und Nagold.
Auf 1000m Höhe liegt der Mummelsee mit Hotel und großen Parkplatz der im Sommer hoch frequentiert wird.
Ich möchte mal mit der Hornisgrinde beginnen.
Ab 1930 wurde auf der Hornisgrinde Segelflug betrieben. 1938 wurde der Berg mit dem Bau der Luftverteidigungszone (LVZ) West in eine militärische Konzeption einbezogen und zum militärischen Sperrgebiet. Nach dem Abzug der schweren Flak nach der Kapitulation Frankreichs diente die Hornisgrinde vor allem als Jägerleitstelle. Noch 1945 führte die Wehrmacht hier Schanzarbeiten aus. Im April 1945 kam es in der Region zu Kampfhandlungen. Der Vormarsch der französischen Armee konnte aber nicht nachhaltig gestoppt werden.
Nach dem Krieg übernahm das französische Militär die Anlagen und baute den Berg für ihre Bedürfnisse um. Dabei wurden einige Bauten der deutschen Luftwaffe zerstört und neue hinzugefügt: Kasernengebäude, zusätzliche Bunker, eine Trafostation, Nachrichten- und Aufklärungsanlagen und andere Baumaßnahmen fallen in die Zeit der französischen Nutzung als „Station radiogoniométrique VHF“. 1999 gab die französische Armee den Stützpunkt Hornisgrinde auf und den Berg an die Bundesrepublik Deutschland zurück.
Mehrmals fanden im Bereich Hornisgrinde / Murgtal / Mummelsee grössere Polizeiübungen statt, die paramilitärischen Charakter hatten. Die Polizeiverbände unternahmen ausgedehnte Märsche, Schwimmübungen und hatten auch teilweise gepanzerte Sonderfahrzeuge dabei. Mindestens drei solcher Übungen im Jahre 1930 sind belegt.
1992 fand zum ersten Mal ein Westwalltag statt, der die LVZ West zwischen Nagold, Neckar und Schwarzwald thematisierte. Zu diesem Zeitpunkt war die Hornisgrinde noch militärisches Sperrgebiet. 2002 konnten die noch weitgehend erhaltenen Bauten dann vor Ort in Augenschein genommen werden. 2005 fand die erste Führung im Rahmen des Tags des offenen Denkmals auf der Hornisgrinde statt.
Seit 2009 kann der französische Kommandobunker am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.
Zusätzlich werden Führungen über die Gipfelhochfläche angeboten, die ein Bild der ehemaligen militärischen Anlagen vermitteln.
Wir waren dort am letzten Wochenende. Super. Sogar für rüstige Rentner geeignet. Nicht für Rollator.
Mehr dazu vermittelt das Buch (2. Auflage)
Friedrich, Florian und Felix Wein: "Hornisgrinde – Die Wehrgeschichte eines Schwarzwaldberges"
Explorate-Verlag Königsfeld, 2014, ISBN: 978-3-937779-33-1, 116 Seiten

