NordOst-Passage

#1 von Rubek , 06.03.2020 18:39

Russland hat auch Verbündete in der Nordostpassage – auf beiden Seiten der Route. Anfang Oktober teilte die Botschafterin Islands in Moskau, Berglind Ásgeirsdóttir mit, dass ihr Land sehr aufmerksam verfolge, wie sich das Projekt entwickelt, und in Erwägung ziehe, einen internationalen Hafen für Großschiffe zu bauen, die durch die Nordostpassage fahren. Südkoreas Präsident Moon Jae-in drückte im September die Zufriedenheit über die Kooperation mit Russland bei der Entwicklung der Nordostpassage aus – in südkoreanischen Werften werden derzeit 15 eisbrechende Tankschiffe zur Beförderung von Flüssiggas über die arktische Route gebaut.


Experten haben keine Zweifel daran, dass der größte Teil des Handelsstroms zwischen der westlichen und östlichen Hemisphäre bereits in den kommenden Jahren zur Nordostpassage wechseln wird. Diese Strecke ist fast einen Monat kürzer als der übliche Weg über den Suez-Kanal. Und deutlich sicherer, weil dort keine Piraten aus Somalia u.a. ihr Unwesen treiben und auch strategische Punkte wie der Suez-Kanal nicht vom Westen kontrolliert werden.

Russland will zum Jahr 2024 jedes Jahr 50 Millionen Tonnen Fracht über die Nordostpassage befördern – das ist in einem Mai-Erlass Putins festgeschrieben
Dank dem Export der Energieressourcen des sich in Bau befindlichen Komplexes Arctic LNG-2 (von dort werden jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Flüssiggas abgeladen), der Frachtbasis „WostokUgol“ auf der Taimyrhalbinsel (20 Millionen Tonnen Kohle) und dem Vorkommen Pajachskoje (mehr als fünf Millionen Tonnen Öl) können solche Ziele erreicht werden.

Doch dabei geht es nicht nur um fossilen Brennstoff. Das Gebiet Omsk will über die Nordostpassage Getreide für Länder in der Asien-Pazifik-Region befördern. Mitte Oktober billigte die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut eine entsprechende Exportroute. Im Juli des kommenden Jahres ist der erste Testlauf geplant.

Russland wird weiterhin große Arktis-Projekte umsetzen. „Die Arktis ist derzeit eine der am wenigsten erforschten Regionen der Welt, weshalb großes Potential darin steckt, das der Entwicklung der gesamten Welt einen Schub geben wird. Das sind 80 Prozent Gas, 20 Prozent Öl und bis zu 100 Prozent Vorräte an Bodenschätzen bei mehreren Elementen. Wir zählten mehr als 100 aussichtsreiche Projekte, in die bis 2030 rund elf Billionen Rubel investiert werden“, sagte Dmitri Fischkin von der Agentur des Fernen Ostens zur Heranziehung von Investitionen und Förderung von Unternehmen.

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RE: NordOst-Passage

#2 von Bauermeister ( gelöscht ) , 07.05.2020 23:00

Vier Kriegsschiffe mit mehr als 30.000 Tonnen Wasserverdrängung und hunderten Marschflugkörpern in den vertikalen Startanlagen – vor einigen Tagen kam ein Angriffsverband der US-Seestreitkräfte den russischen Grenzen bedrohlich nahe.

Nach offizieller Lesart des Kommandos der 6. Flotte der US-Marine, schauten die Zerstörer und eine Fregatte in der Barentssee vorbei, um „die Sicherheit bei schwierigen Wetterverhältnissen und die Aufrechterhaltung des freien Verkehrs und ununterbrochenen Zusammenwirkens zwischen den Verbündeten zu gewährleisten“. Was genau damit gemeint wird, präzisierte das Pentagon nicht, hob allerdings hervor, dass Moskau über die Route der Schiffe im Voraus benachrichtigt worden sei. Das russische Verteidigungsministerium betonte seinerseits, dass die Nordflotte den Besuch der ausländischen Kriegsschiffe nicht unberücksichtigt lassen werde.

„Kräfte und Mittel der Nordflotte begannen mit der Verfolgung der Handlungen der Nato-Angriffsgruppierung aus den Lenkraketenzerstörern Porter, Donald Cook, Franklin Roosevelt der US-Marine und der britischen Fregatte Kent“, hieß es in einer Mitteilung des Nationalen Zentrums für die Steuerung der Verteidigung.
Um welche Kräfte und Mittel es sich konkret handelt, wurde nicht erklärt. Dennoch wurde am Dienstag ein Teil der Barentssee für Artillerieschießen des Kreuzers Marschall Ustinow geschlossen. Einer der leistungsstärksten Vertreter der russischen Marine begab sich in Richtung des Flottenverbandes des westlichen Militärbündnisses. Natürlich wird er die amerikanisch-britische Schiffsgruppierung nicht allein überwachen.

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