Bunker Genshagen: Das Geheimversteck im Untergrund (Ludwigsfelde, Brandenburg)
April 1945: Wenige Tage vor Kriegsende rollen unter Aufsicht der SS Lastwagen auf das Gelände der Bunkeranlage in Genshagen. Bald darauf erschüttert eine gewaltige Explosion das kleine Dorf in Brandenburg. Als die Alliierten eintreffen, sind sämtliche fünf Zugänge des Bunkers eingestürzt – gesprengt von Mitgliedern des Nazi-Elitekorps. „Das ist ziemlich viel Getöse für einen Stollen, in dem Arbeiterinnen bei Bombenangriffen kauerten“, findet der Historiker Rainer Karlsch. Noch verdächtiger erscheint die Tatsache, dass das Gängesystem vor der Sprengung von SS-Offizieren bewacht wurde. „Eine normale Luftschutzanlage muss man nicht mit Wachposten sichern“, so Karlsch – was die Vermutung nahelegt, dass die Nazis im Untergrund etwas verstecken wollten. Nur was? Der Historiker hat Indizien gesammelt, die andeuten, dass es sich um Pläne für eine Atombombe handelte. Experten sind überzeugt, dass der Minister Wilhelm Ohnesorge die Geheimakten aus seiner Waffenschmiede im April 1945 wegschaffen ließ, ehe sie den Alliierten in die Hände fallen konnten – die Konstruktionspläne könnten also noch heute irgendwo tief unten im Labyrinth der Stollen verborgen liegen…