Hespertalbahn

#1 von Regenbogen , 26.05.2019 14:33

Museumsbahn Essen

Der Startpunkt der Hespertalbahn ist heute der 1898 erbaute Alte Bahnhof Essen-Kupferdreh.
In dem sehenswerten und liebevoll restaurierten Gebäude befindet sich das Restaurant „LUKAS“, hier kann man den Ausflug zur Hespertalbahn und zum Baldeneysee gemütlich ausklingen lassen. Früher fuhren hier die Personenzüge Richtung Essen-Werden und Steele ab. Der Personenbahnhof Kupferdreh der Hespertalbahn befand sich im Bereich des heutigen Parkplatzes an der Straße Phönixhütte.

Nach kurzer Fahrt erreicht man mit dem Museumszug den Bahnhof Zementfabrik, von dessen namensgebendem Industriekomplex nach Stilllegung und Abbruch nur noch eine Brachfläche geblieben ist, auf der zukünftig ein attraktives Wohngebiet entstehen soll. Früher war hier der Übergabebahnhof zur Bundesbahn, heute sind hier noch die Museumsfahrzeuge der Hespertalbahn abgestellt. Einhergehend mit der Errichtung des geplanten Lokschuppens an der Sporthalle Kupferdreh werden auch die Abstellgleise an diesen neuen Standort verlagert.

Die weitere Fahrt führt dicht am Ufer des Baldeneysees entlang. Angesichts der Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke von 15 km/h ist es nicht ungewöhnlich, dass der Zug auch schon mal von Radfahrern überholt wird.
Vor Erreichen des heutigen Endpunktes Haus Scheppen wird die Sicht auf den See durch die Abraumhalde der 1973 stillgelegten Zeche Pörtingssiepen unterbrochen. In diesem Bereich befand sich bis 1978 auch eine Abzweigstelle, von der über den Haltepunkt Margrefstraße das Zechengelände Pörtingssiepen umfahren und der Endpunkt Hesperbrück an der Hammer Straße direkt erreicht werden konnte. Dies war übrigens der ursprüngliche Streckenverlauf. Der direkte Weg zur Zeche über den heutigen Endbahnhof Haus Scheppen wurde erst 1937 errichtet.

Letzterer liegt idyllisch im Wald und man kann heute kaum noch erahnen, dass es hinter dem Prellbock weiterging und die Strecke über eine die Pörtingssiepenstraße überspannende Brücke die Zeche Pörtingssiepen erreichte. Auch vom Zechengelände selbst ist nichts mehr zu erkennen, einzig eine Seilscheibe des Förderturms ist als Denkmal geblieben.

Die Trasse des abgebauten Streckenteils nach Hesperbrück ist übrigens erhalten geblieben und wurde im Zuge der Renaturierung des Zechengeländes ein Wanderweg.

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RE: Hespertalbahn

#2 von Stein , 26.05.2019 14:39

Die Hespertalbahn wird heute vom Hespertalbahn e.V. betrieben, der 1975 als "Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e.V." gegründet und im Jahr 2008 umbenannt wurde. Der Verein hat zur Zeit rund 130 Mitglieder von denen etwa ein Viertel aktiv beim Erhalt und Betrieb der Hespertalbahn mitarbeiten.
Wenn man heute einen Ausflug in das Erholungsgebiet rund um den Essener Baldeneysee macht, mag man es kaum glauben, dass hier einmal Zechen standen, die vielen hundert Menschen Arbeit gaben, ein Zementwerk die Bäume grau färbte und in einem Hüttenwerk Stahl gekocht wurde. Heute erinnert an diese Zeit nicht mehr viel, Straßennamen wie Phönixhütte, Pörtingssiepenstraße, Prinz-Friedrich-Straße oder Carl-Funke-Straße lassen die ehemaligen Standorte der gleichnamigen Zechen und des Hüttenwerkes erahnen.

Als lebendiges Denkmal der Industriegeschichte hat einzig die Hespertalbahn überlebt. Die Anfänge der für die Lösung der einstigen Transportprobleme wichtigen Bahn liegen bereits im Jahr 1857, eine Schmalspurbahn mit Pferden als Zugkraft beförderte Eisenerz und Kalk aus dem Velberter Raum zur Phönixhütte nach Kupferdreh. Welch ein Fortschritt gegenüber den Pferdefuhrwerken auf schlechten und unbefestigten Wegen!

1877 wurde die Hespertalbahn zwischen Kupferdreh und dem an der Hammer Straße gelegenen Bahnhof Hesperbrück auf Normalspur umgebaut und durch den Einsatz von Dampflokomotiven zu einer vollwertigen Eisenbahn. Im selben Jahr wurde auch die in der Nähe des heutigen Endbahnhofs Haus Scheppen gelegene Zeche Pörtingssiepen an die Bahn angeschlossen. Der verbliebene Schmalspurteil nach Hefel bei Velbert wurde 1917 stillgelegt.

Die Erz- und Kalktransporte traten immer mehr in den Hintergrund, die Hauptaufgabe der Bahn war fortan der Kohlen- und Abraumtransport für die Zeche Pörtingssiepen. Von 1927 bis zur Stilllegung der Zeche 1973 gab es sogar einen nicht öffentlichen Personenverkehr für die Bergwerksbelegschaft. Hierfür besaß die Bahn zehn Personenwagen, wovon der im Jahr 1975 gegründete Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e.V. zwei in seinen Fahrzeugbestand übernehmen konnte. Auch die 1923 gebaute und bis 1972 auf der Hespertalbahn eingesetzte Dampflok „Pörtingssiepen VII“ hat der 130 Mitglieder zählende Verein retten können. Für eine betriebsfähige Aufarbeitung dieses Schmuckstückes muss sich allerdings noch ein Sponsor finden, da die finanziellen Mittel des gemeinnützigen Vereins bei Weitem nicht ausreichen. Auch weitere, für die Hespertalbahn und das Ruhrgebiet einst typische Werksbahnlokomotiven nennt der 2008 in Hespertalbahn e.V. umbenannte Verein sein Eigen und betreibt damit seit 1976 die Hespertalbahn als Museumseisenbahn.

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RE: Hespertalbahn

#3 von Rolf Beutler , 26.05.2019 14:41

Am 1. Mai startet die Hespertalbahn in die Betriebssaison. Die Dampfzüge am Essener Baldeneysee fahren ab dem Alten Bahnhof Essen-Kupferdreh von 10:30 Uhr bis 16:45 Uhr alle 75 Minuten nach Haus Scheppen. Die Rückfahrt von dort beginnt jeweils 30 Minuten später.

Zum Saisonstart bauen die Museumseisenbahner am Endpunkt Haus Scheppen ihren Bahnhofs-Biergarten auf, der mitten im Grünen zum Verweilen bei kalten Getränken und Würstchen oder Kaffee und Waffeln einlädt.

Außerdem werden Bergbauhistorische Wanderungen über das Gelände der ehemaligen Zeche Pörtingssiepen angeboten. Bei dem zweistündigen Rundgang wird anschaulich ein Eindruck vermittelt, wie es rund um den heutigen Freizeittreff ausgesehen hat, als dort noch Kohlen gefördert wurden. Der Treffpunkt ist am Fahrkartenschalter am Bahnhof Haus Scheppen, wo auch die Teilnahmekarten 6 Euro erhältlich sind.

Am 5. Mai findet noch ein weiterer Betriebstag mit Dampf statt. Am 19. und 30. Mai verkehren die Züge mit Dieselbespannung.

Weitere Informationen zum Fahrplan der Züge, zu den Fahrpreisen und zu den Wanderungen stehen im Internet unter www.hespertalbahn.de

Wir ihr in der Gegend seit. Einfach hin und mitfahren. 5 Euro sind ein mäßiger Preis.


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zuletzt bearbeitet 26.05.2019 | Top

   

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